Mein Schaffen
Vita
Ausstellung
Text
Visionen
Kleinformate
Vergangenes
Objekte
Foto
Impressionen
Verbindungen
Informationen
 


Galerie Monika Beck - Homburg

Kerstin Heinze Grohmann, geboren in Brandenburg und mittlerweile in der Schweiz wohnhaft, die Ausstellung „Inbox Outstanding“ weist Malerei, aber auch einige Plastiken hier in der bel etage aus – sozusagen zur Erdung ihrer Augen in all dem Himmel hier.

Kerstin Heinze Grohmann | Inbox Outstanding | foyer
Ich habe gestern beim Aufbau die Erfahrung gemacht, dass dann, wenn man Kerstin Heinze Grohmanns Malerei nicht als Abbildung zB im Internet, sondern realiter vor sich hat, sich plötzlich eine intellektuell gestimmte Wucht vor Augen stellt.

„Inbox“ im Titel bezieht sich natürlich auf die Bild-im-Bild-Technik, mit der Kerstin Heinze Grohmann ihre bildnerischen Erzählungen vorantreibt. Hinzu kommen Collagierungen, ua mit Pergamenten, hinzu kommen ornamentale Fassungen. Zum Ornament wird vieles, auch eher „konkret gefasste“ Bildbestandteile wie Dreiecke etc.
Zum Ornament in der zeitgenössischen Bildenden Kunst gehört zwingend der Aspekt des sog ornamentalen Verhaltens dazu.
Ornamentales Verhalten ist jegliches ritualisiertes Gehabe, 1. dessen ursprünglicher Sinn verloren gegangen ist, und 2. das wir nicht reflektieren.
Weshalb schütteln wir einander die rechte Hand, während ein Versuch mit der linken fast unhöflich ist?
Weil die rechte Hand die Schwerthand war im Mittelalter, und man bewies Friedfertigkeit, indem man die Schwerthand nicht bewaffnete.
Indem zeitgenössische Kunst – wie hier Kerstin Heinze Grohmann – das Ornament einsetzt, zwingt sie uns zur Distanz zu dem, was abgebildet ist.
Sie möchte zum Nachdenken bringen, nicht die Welt schön und flott pinseln. Sie kann flott pinseln, das nutzt sie aus.
Was die Stickerei übrigens boshaftes bedeuten könnte, müssen Sie Kerstin Heinze Grohmann nachher selbst fragen. Aber irgendwie könnte es in Richtung Frauen- und Haushaltsverrichtungen gehen.
Ich behaupte, dass ihre Malerei intellektuell aggressiv ist, dass sie uns mit der Darbietung übertölpelt, dass sie uns zum Denken bringen will, überzeugen.
Und die Mädels, die Funktionträger in ihren Bildern sind, erzählen auch nicht. Sie sind immer in Gedanken oder diskutieren gar.                                                                   Mathias Beck / Homburg 2010/ Okt.